Kategorie: Allgemein

  • Wenn Unterschiede aufeinandertreffen…

    Wenn Unterschiede aufeinandertreffen…

    Noch einmal wünsche ich euch alles Gute für das Jahr 2018! Ich hoffe, ihr hattet davor auch schöne Weihnachtsfeiertage im Kreise eurer Familien, Verwandten und Freunde.

    Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Ansichten
    Oft trifft man um die Weihnachtsfeiertage eine breite Palette von „Unterschiedlichkeiten“. Es sind da zum einen die Eltern, deren Kinder schon erwachsen sind. Diese wiederum nehmen am Familienfest mit ihren eigenen Kindern teil. So treffen Geschwister, die miteinander aufgewachsen sind, mit ihren eigenen Kindern aufeinander. Dazu kommen die „neuen“ Familienmitglieder, die sich mit Werten und Vorstellungen ihrer Schwiegerfamilie auseinandersetzen müssen.
    Schnell wird bei solchen Treffen etwas deutlich: Auch wenn man als Kinder in der gleichen Familie aufgewachsen ist, entwickelt sich jeder in eine andere Richtung. Dies wird auch in der Kindererziehung deutlich. Es sind unterschiedliche Prioritäten, die gesetzt werden, unterschiedliche Werte, die die Elternpaare für sich in den Vordergrund stellen.
    Nicht nur innerhalb einer Generation sind Unterschiede hinsichtlich Kindererziehung zu beobachten. Auch zwischen den Generationen ist dies zu erkennen.

    Es lebe die Vielfalt!
    Für mich macht dies wieder einmal deutlich, dass es nicht den einen Weg der Kindererziehung gibt. Vielmehr ist er sehr vielfältig und bunt. Mir wurde zudem noch einmal bewusst wieviel Verantwortung wir als Eltern tragen. Denn vor allem in jungen Jahren, aber auch später, sind wir es, die den Weg prägend vorgeben.
    Aber noch etwas wurde mir wieder bewusst: Wir können als Eltern, wenn wir bereit dazu und offen sind, viel voneinander lernen und uns vor allem in dieser großen Aufgabe der Kindererziehung gegenseitig unterstützen.

    So hoffe ich, dass wir gemeinsam auch in diesem Jahr unsere Gedanken zu Kindererziehung miteinander teilen.  Auf dass wir uns aber auch dann, wenn es einmal nicht so gut läuft, gegenseitig unterstützen und Mut machen, ohne dabei verurteilend zu sein.

    Ich freue mich auch 2018 auf eure Rückmeldungen und eure Erfahrungen!

     

  • Frohe Weihnachten!

    Frohe Weihnachten!

    Ich wünsche auch allen von Herzen frohe Weihnachten und viel Glück und Gesundheit im neuen Jahr!

    Liebe Grüße, Veronika

     

    http://www.erziehungsgedanken.com – Die Site, von der sich auch schon Maria und Josef inspirieren ließen 😉

  • Wickie und sein Potenzial

    Wickie und sein Potenzial

    Vor Kurzem hat unser Sohn ein in letzter Zeit eher verschollenes Hörspiel von „Wickie und die starken Männer“ herausgezogen und einen Nachmittag in Dauerschleife abgespielt. Alle von uns können sich wahrscheinlich an die Abenteuer des kleinen Wikingers mit seinem Vater erinnern, in denen er immer durch seine Klugheit Lösungswege aus einem Schlamassel gefunden hat.

    Intellekt vs. Körper
    Nicht immer höre ich bei den Geschichten ganz aufmerksam zu, aber als ich das letzthin gemacht habe, kam mir so ein Gedanke: Wickies Vater Halvar ist Chef der Wikinger, die ihre Feinde immer im Kampf besiegen und sich so ihre Beute holen. Sein Sohn Wickie ist kein wirklich starker Junge. Er ist eher schmächtig und klein, darf die Gruppe aber stets auf seinen Beutezügen begleiten. Nun müsste man ja eigentlich davon ausgehen, dass es für Halvar ein Problem ist, dass sein Sohn statt in den Kampf zu ziehen, die Probleme lieber auf der intellektuellen Ebene löst. Doch das Gegenteil ist der Fall: Halvar hat erkannt, dass das Wissen seines Sohnes in manchen Situationen stärker und hilfreicher ist, als wenn sie kämpfen würden. Er fördert Wickie in seiner Kreativität, indem er ihm vertraut, wobei immer klar bleibt, wer der Chef ist.

    Potenzialentfaltung
    Da musste ich an einen Satz von Gerald Hüther denken, den ich vor Kurzem bei einer Fortbildung zum Thema „Positive Erziehung“ gehört habe: Bei Erziehung geht es um Potenzialentfaltung durch Begegnung und Aufblühen bei klarer Struktur.
    Als Eltern haben wir insgeheim eine Vorstellung darüber, was unsere Kinder können und wofür sie sich begeistern sollen – sei es bei Hobbies wie Fußballspielen, Musikinstrumente oder Tanzen lernen oder der Begeisterung für Gartenarbeit; oder sei es in der Berufswahl, wenn es in der Familie über Generationen Anwälte, Elektriker oder Förster gegeben hat.
    Doch besteht die Herausforderung eigentlich nicht primär darin, herauszufinden, wo die Stärken und vor allem die Interessen unserer Kinder liegen? Wenn ein Kind sich nicht für Basketball interessiert, sondern lieber einen Stift in die Hand nimmt und malt, ist es dann nicht wertvoller für seine Entwicklung, dass die Eltern es mit den besten Malutensilien versorgen, als es auf sämtliche Basketballplätze in der Umgebung zu schleppen oder ihm einen Basketballkorb schenken?

    Möglichkeiten innerhalb von Grenzen bieten
    Den Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich selber zu entdecken und ihre eigenen Interessen entwickeln zu dürfen, ist eine zentrale Aufgabe in ihrer Entwicklung. Auch wenn dies natürlich innerhalb von klaren Grenzen stattfinden muss.
    Zudem erweitert es den eigenen Horizont der Eltern, als wenn stets die selbe Sache in einer Familie gemacht wird. So wie Halvar die Fähigkeit von Wickie nicht nur unterstützt, sondern auch den Vorteil für sich selber erkennt, sollten wir unseren Kindern ihrer Individualität lassen – denn bringen sie ein neues Thema in die Familie, kann das nur für alle eine Bereicherung sein.

  • Onlineseminar zum Thema „Trennung“

    Onlineseminar zum Thema „Trennung“

    Ich möchte euch heute auf eine spannende Veranstaltung hinweisen: Am 15. Januar 2018 darf ich auf elternweb2go ab 20:15 Uhr zum Thema: „Trennung/Scheidung – Und wie geht es meinem Kind? Wie wir Kinder in diesen Umbruchsituationen gut begleiten können“ referieren.

    Gleich unterhalb findet ihr den genauen Termin. Das Angebot von elternweb2go ist kostenlos – ich freue mich auf zahlreiche Teilnahme!

    Hier geht’s zu elternweb2go

    elternweb ausschreibung

  • Lasst die Hemmungen fallen!

    Lasst die Hemmungen fallen!

    Adventzeit ist Bastelzeit. Eine Bekannte hat mir in diesem Zusammenhang ein ganz tolles Erlebnis erzählt, das ich gerne mit euch teilen möchte.

    Glitzer überall!
    Sie hat Säcken für den Adventkalender genäht und wollte nun noch mit ihren Kindern einen Stoffhintergrund gestalten, damit alles weihnachtlich aussieht. Sie hat alle möglichen Dinge gekauft, um diese Verzierung vorzunehmen, vor allem Glitzer – Glitzerstifte, Glitzerfarben, Glitzersterne, denn nichts lieben ihre Kinder aktuell mehr.

    Dann ging es um die Frage, was denn auf den Stoff gemalt wird. Gemeinsam starteten sie das Projekt. Voller Freude wurde gemalt und „geglitzert“. Als beinahe sämtlicher Platz aufgebraucht wurde, kam ihr Sohn (4 Jahre) noch auf die Idee, dass unbedingt ein Nikolaus auf den Stoff gemalt werden muss. Meine Bekannte erzählte, dass sie eigentlich schon sehr stolz auf sich war, über die Dinge, die sie bereits gemalt hat, denn ihre künstlerischen Fähigkeiten sind ausbaufähig, wie sie selber meint. Da brachte sie der Wunsch ihres Sohnes ein wenig ins Schwitzen.

    Wieso so gehemmt?
    Aber sie dachte sich, bei den heutigen neuen Medien wird sie wohl im Internet eine Vorlage finden, um einen Nikolaus zeichnen zu können. Sie fanden auch viele Bilder, aber so richtig zum Abzeichnen eigneten sie sich nicht. Also sagte sie ihrem Sohn, dass sie sich nicht darüber hinaussieht, einen Nikolaus abzuzeichnen.

    Seine Reaktion war einmalig! Mit verständnislosem Blick sah er sie an, nahm einen Stift und meinte nur: „Dann male eben ich den!“ Und er machte sich ans Werk. Mir erzählte meine Freundin, dass sie sich insgeheim schon Gedanken gemacht hat, wie sie die Zeichnung ihres Sohnes übermalen kann, sodass dann irgendwie noch ein erkennbares Motiv entsteht. Doch sie wurde für diesen Gedanken „bestraft“. Ihr Sohn begann voller Begeisterung zu malen. Ihr war zwar nicht klar, wie sein System funktionierte, aber als er dann den Stab, den Bart und vor allem den Hut gemalt hat, war sie sprachlos: Da entstand tatsächlich ein deutlich erkennbarer Nikolaus!

    Bewahrt das Unbeschwerte!
    Als ich diese Geschichte gehört habe, wurde mir wieder verdeutlicht, wieviel wir als Erwachsene von unseren Kindern lernen können. Wir machen uns Gedanken, wenn wir zeichnen. Ist das Bild auch schön? Ist zu erkennen, was ich machen wollte? Ist das Rentier vielleicht ein wenig zu dick geraten? Oder auch wenn wir singen: Ist der Ton schief? Singe ich zu laut?

    Kinder machen einfach. Sie freuen sich am Tun und überlegen nicht, ob alles nachher exakt passt.

    Meine Bitte also an uns alle: Nehmen wir uns ein Vorbild und genießen wieder mehr. Und vor allem, lasst uns den Kindern bitte diese Unbefangenheit möglichst nicht verderben!

  • Nackte Tatsachen

    Nackte Tatsachen

    Endlich wird das Wetter wieder wärmer. Die Sonne scheint und die Kleidung wird wieder leichter. In dieser Zeit komm ich nicht umhin, mich einem Thema zu widmen, das uns zwar nicht nur bei Schönwetter begegnet, aber in dieser Zeit natürlich noch einmal vermehrt zu beobachten ist – Nacktbilder von Babys und kleinen Kindern.

    Tatsächlich Normalität?!
    Ist euch schon aufgefallen, wie häufig in Wohnungen, in Häusern, in denen Kinder aufwachsen, Nacktfotos von ihnen herumhängen. Wir finden sie im Eingangsbereich, im Stiegenhaus, im Wohnzimmer, auf Kalendern, die dann auch noch verschenkt werden. Es sind dabei Kinder nackt zu sehen in normalen Alltagssituationen wie auf dem Töpfchen oder Klo, oder auch speziell für das Foto in Szene gesetzt. Habt ihr aber in denselben Haushalten auch schon Nacktfotos der Eltern im Gang oder im Stiegenhaus hängen sehen?
    Ich könnte mir vorstellen, dass die letzte Frage nicht nur mit einem Kopfschütteln, sondern auch mit einem lauten „Natürlich nicht!“ beantwortet wird. Aber warum eigentlich? Warum scheint es uns absurd, dass Besuch die erwachsenen Bewohner nackt zu Gesicht bekommt, aber dies bei Kindern oft gar nicht in Frage gestellt wird.

    Zwei Sichtweisen
    Es gibt wahrscheinlich zwei Perspektiven, aus deren Sicht man dies betrachten kann.
    Da wäre die Sicht des Kindes: Ein kleines Kind schämt sich nicht für seinen Körper. Im Gegenteil, läuft es doch gerne nackt im Haus herum. Es hat noch kein Gefühl dafür, ob es jedem seinen Körper zeigen sollte oder nicht und vertraut indirekt auf den Schutz durch seine Eltern.
    Und da ist die Sicht der Erwachsenen, die es oft einfach niedlich finden, ihre Kinder ohne Kleidung zu fotografieren. Die eine Windel als Unterwäscheersatz sehen und damit das Kind nicht als nackt erleben – obwohl sie sich selber auch nicht jedem in Unterwäsche auf einem Foto zeigen würden.

    Verantwortung und Respekt
    Müssen wir bei diesem Thema aber nicht an das Verantwortungsgefühl und die Sensibilität der Eltern appellieren? Es ist die Aufgabe von Erwachsenen, Kindern ein Gefühl für ihren Körper zu geben: Sich wohl zu fühlen, sich nicht für ihn zu schämen, aber ihn gleichzeitig auch vor fremden Blicken zu schützen. Es geht hier sehr stark um den Respekt der Persönlichkeitsgrenzen eines Kindes, die es von Geburt an zu wahren gilt.

    Und sind wir uns ehrlich: Möchten wir als Erwachsene oder auch damals als Jugendliche hören, dass uns die gesamte Verwandtschaft und der Freundeskreis unserer Eltern nackt gesehen hat?!

  • Wo Ironie fehl am Platz ist

    Wo Ironie fehl am Platz ist

    Richtig zu kommunizieren ist eine Kunst, die gelernt werden muss. Sprache besitzt viel Macht. Sie kann verletzen, irritieren, sie kann aber auch Liebe und Freude vermitteln. Es braucht stete Auseinandersetzung und Sensibilität, wie wir mit anderen Menschen kommunizieren. Das bezieht sich dabei nicht nur auf Gespräche unter Erwachsenen, sondern auch auf Gespräche mit Kindern.

    Sarkasmus
    Ein Stilmittel in der Kommunikation, die – gefühlt – immer häufiger auftritt, ist der Sarkasmus.
    Sarkasmus ist beißender, verhöhnender Spott. Ist er gegen jemanden gerichtet, wird die Verletzung des Verspotteten entweder beabsichtigt oder zumindest in Kauf genommen. Eine Technik, der sich der Sarkasmus bedienen kann, ist die Ironie. Das heißt, dass das Gemeinte durch sein Gegenteil ausgedrückt wird. Sarkasmus und Ironie in etwas Gesagtem kann nur erkannt werden, wenn gewisse Hirnbereich adäquat entwickelt sind.

    Die zerstörende Kraft des Sarkasmus
    Sarkasmus ist in vielen Arten und Formen durchaus legitim. Solange er nicht verletzend gegen andere eingesetzt wird, kann es durchaus hie und da eine Möglichkeit sein, mit Situation umzugehen (z.B. wenn ich „freudig“ feststelle, dass nach einem Blechschaden beim Auto der kleine Kratzer, der zuvor da war, nicht mehr zu sehen ist.)

    Viele Gespräche mit und unter Erwachsenen sind aber getränkt von Sarkasmus. Eine sarkastische Antwort auf eine Erzählung, oder eine sarkastische Erzählung selber, von der man zunächst nicht weiß, ob das Gegenüber nun ernst genommen werden will oder welche Reaktion es sich erwartet. Gemeinsam ist dieser Art zu sprechen auf jeden Fall, dass das Gespräch recht schnell zu Ende ist. Denn es kann keine echte Unterhaltung entstehen, wenn ein Teilnehmer das Gegenüber nicht ernst nimmt.

    Sarkastische Gespräche unter Erwachsenen sind das eine. Vielmehr erschreckt mich jedoch die Beobachtung, dass Erwachsene diese Form der Gesprächsführung auch gegenüber Kindern einsetzen. Kinder können auf Grund ihrer Hirnentwicklung sarkastische Kommentare, vor allem auch solche, die auf Ironie beruhen, nicht einordnen. Sie nehmen sie für wahr und das führt in ihren Köpfen häufig zu großer Verwirrung. Nicht nur, dass ein Kind nicht versteht, was gerade passiert und es mit seinem Bedürfnis oder seiner Geschichte ins Leere läuft. Das Gespräch findet nicht mit dem Kind statt, sondern in seiner Anwesenheit über seinen Kopf hinweg. Es ist auch immer ein Bloßstellen und Auslachen des Kindes. Der Erwachsene amüsiert sich auf Kosten des Kindes.

    Verlust von Beziehung
    Dieser gewählte Umgang mit einem Kind kann jedoch auch weitreichende Folgen haben. Der Erwachsene verliert zusehends die Beziehung zum Kind, denn das Kind wird sich von ihm zurückziehen. Das Kind seinerseits verliert nicht nur das Interesse am Gespräch mit dem Erwachsenen, es verliert auch das Vertrauen. Denn eigentlich kann es sich nicht mehr auf das verlassen, was es hört. Es kann nicht mehr einschätzen, ob es nun wahr ist oder nicht. Und eines Tages, wird dem Kind die verletzende Tatsache bewusst, dass es vom Gegenüber für Blöd verkauft wird und wurde. Welche Auswirkungen hat das wohl auf die Psyche eines Kindes, verstärkt dadurch, dass dies durch eine Vertrauensperson passiert?!

  • Die dehnbare Bedeutung des Begriffs „GLEICH“

    Die dehnbare Bedeutung des Begriffs „GLEICH“

    Heute möchte ich mit euch wieder einmal eine Selbstbeobachtung teilen…

    Im Laufe eines ganzen Tages, den man mit seinen Kindern verbringt, hört man immer wieder den Satz „Mama! Kannst du mir das machen?“, „Mama! Kannst du mir das geben?“, „Mama! Kannst du mir das reparieren?“ Sätze wie diese häufen sich und meistens lautet die Antwort: „Ja! ich komm gleich!“, „Ja! Ich mach das noch schnell fertig, dann helfe ich dir gleich!“.
    Ich mach dann noch eine Arbeit fertig, aus der sich dann meistens noch eine zweite ergibt. Natürlich passiert es dann auch manchmal, dass ich mein Versprechen vergesse.

    Der Schmetterling
    Unser Sohn hat aus dem Kindergarten einen Bügelperlen-Schmetterling mitgebracht und mir voller Stolz gezeigt. Gemeinsam haben wir uns dann überlegt, wo wir ihn aufhängen könnten. Da aber zunächst das Mittagessen auf dem Programm stand, versprach ich, ihn gleich danach aufzuhängen. Naja, ihr kennt das ja… Zunächst Essen, dann der Abwasch, dann der Versuch, ob das Jüngste nicht doch noch einen Mittagsschlaf machen möchte usw… Die Aufgaben gingen ineinander über und der Schmetterling wurde vergessen. Und irgendwann am Nachmittag, als ich es mir gerade mit einer Tasse Kaffee in der Sonne gemütlich gemacht habe – da die Kinder ruhig spielten – kam von meinem Sohn plötzlich der Hinweis: „Mama! Du hast den Schmetterling vergessen!“ Und da nützte es nichts, dass ich gerade einmal einen Augenblick gesessen bin. Das Versprechen musste ich einhalten! Und ich habe mich bei meinem Sohn auch entschuldigt, denn es ist natürlich nicht in Ordnung, wenn ich Dinge verspreche und sie dann nicht einhalte.

    Keine leeren Versprechungen!
    Im Laufe eines Tages sagen wir häufig „gleich“ zu unseren Kindern. Denn wir können auch nicht immer sofort alles liegen lassen, nur weil sie ein Anliegen haben. Doch wenn wir sie auf später vertröstet haben, dann muss das „Später“ auch tatsächlich stattfinden. Am besten ist natürlich noch eine genauere Information für das Kind wie „Wenn ich fertig gekocht habe“ oder „Wenn ich den Topf abgewaschen habe“. Sie sollen das Gefühl haben, in ihren Anliegen ernst genommen zu werden, aber gleichzeitig auch einen Moment warten zu lernen. Gemacht werden muss es dann von den Erwachsenen auf jeden Fall. Schließlich ärgere ich mich selber ja auch darüber, wenn ich jemand anderen mehrfach um etwas bitte und es wird, obwohl versprochen, einfach nicht erledigt!

  • Die Kinder-Magneten

    Die Kinder-Magneten

    In den letzten Tagen durfte ich wieder mit einem Phänomen näher Bekanntschaft machen, das ich gerne die „Kinder-Magneten“ nenne und mir die Frage stelle: Ist unser Haus/unsere Wohnung geschrumpft?

    Doch zu wenig Platz?
    Kennt ihr das auch, wenn ihr am Morgen noch die Zeitung fertiglesen und den Kaffee austrinken möchtet, und der Stuhl, auf dem ihr sitzt, scheint plötzlich der einzige im Raum zu sein, sodass auch die Kinder unbedingt draufsitzen wollen? Oder wenn ihr in der Küche steht, das Mittagessen kocht und der Bereich um den Herd, der ansonsten völlig uninteressant ist, auf einmal der zentrale Spielplatz wird? Auch sehr spannend finde ich immer wieder folgende Situation: Ihr überwindet euch endlich und putzt das Bad. Und so vertieft die Kinder vorher in ihr Spiel waren, stehen sie plötzlich in der Tür und kein anderer Raum scheint mehr zu existieren. Die Steigerung ist noch, wenn ihr den Boden nass aufwischt und die Kinder in der ganzen Wohnung keinen anderen Fleck finden, auf dem noch gelaufen werden kann.

    Wenn das Telefon klingelt…
    Der größte Kinder-Magnet aber ist und bleibt das Telefon! Folgende Situation: Ihr spielt schon seit dem Morgen mit euren Kindern die unterschiedlichsten Dinge und dann klingelt das Telefon. Ob privat oder ein kurzes geschäftliches Gespräch, ihr wollt einfach rangehen. Natürlich gebt ihr den Kindern davor einen kurzen Wink, dass ihr ins Zimmer nebenan geht, damit ihr einen Moment in Ruhe telefonieren könnt, und dass sie einfach weiterspielen sollen. Naja, ihr wisst was kommt: Kaum habt ihr euch von den Kindern abgewandt, kleben sie an eurem Bein. Sie folgen euch in das andere Zimmer, aber nicht nur das, sie wollen sich plötzlich unbedingt mit euch unterhalten oder sie wollen plötzlich gleichzeitig das eine Spielzeug haben, das eigentlich schon seit Tagen am gleichen Platz liegt. Und natürlich könnt ihr darauf wetten, dass sich mindestens ein Kind während des Telefonats den Kopf anschlägt und lauthals weint. Und auch wenn ihr das Zimmer wechselt, folgen euch die Schatten. Ein Absperren des Badezimmers scheint häufig die einzige Lösung, doch schaffen es die Kinder mit ständigen Schnalle-Drücken oder Rufen, euch auch hier die Ruhe zu vermiesen.
    Und das Faszinierendste: Sobald man aufgelegt hat, ist man wieder völlig uninteressant und die Kinder wenden sich wieder brav und ruhig ihren Spielsachen zu.

    Es gibt sie nicht…
    Wenn auf Nachfrage über mögliche Lösungen in diesen Situationen sogar erfahrene Mütter und andere Fachpersonen nur ratlos den Kopf schütteln und die Antwort lautet „Da kannst du nur warten, bis es sich auswächst“, weiß ich wieder, dass es sie eben nicht gibt: die immer funktionierenden Rezepte in der Erziehung! Manchmal nützt einfach nur Geduld und Hoffen in die nächsten Entwicklungsschritte…

    PS: Kennt ihr noch andere „Kinder-Magnete“?

  • Bad Moms?

    Bad Moms?

    Vor ein paar Tagen habe ich mir den Film „Bad Moms“ mit Mila Kunis angesehen. Doch keine Sorge: Es folgt jetzt keine Rezension zu diesem Film, ob er gut oder schlecht war. Ich möchte vielmehr das zentrale Zitat aus dem Film aufgreifen, das von der Hauptfigur wie folgt ausgedrückt wird: „Ich bin es so leid zu versuchen, die perfekte Mutter zu sein… Ich geb’s auf.“

    Die steigende Zahl der Ansprüche
    Der Film spielt in Hollywood-Manier mit dem heute so weit verbreiteten Anspruch, dass Mütter alles unter einen Hut bringen können – und das Wichtigste: Sie sehen dabei immer gut aus! Mütter kümmern sich um die Kinder, den Haushalt, gehen Arbeiten – sie managen das Familienleben, und zwar mit Links. Sie müssen kreativ sein, nähen können, stricken, malen, kochen, Gartenarbeit leisten und vieles mehr. Es wird erwartet, dass sie sich in der Spielgruppe/im Kindergarten/in der Schule engagieren. Sonst werden sie als Rabenmütter abgestempelt, bei denen die Kinder nicht den adäquaten Stellenwert haben. Am Arbeitsplatz wird erwartet, dass Sondertermine kein Problem sind, denn schließlich wollten sie ja wieder auf den Arbeitsmarkt zurück. Und diese Erwartungen gibt es auf der einen Seite von der Gesellschaft und auf der anderen Seite scheint es so, dass mit der Geburt eines Kindes Mütter diesen Anspruch an sich selber – scheinbar Natur gegeben – mitbekommen. Der Anspruch der Mütter an sich selber ist ebenso, alles perfekt zu machen, allen gerecht zu werden und nur ja keine Schwäche zu zeigen.

    Übertragung – Gegenübertragung
    Eine große Gefahr neben dem Vergessen des eigenen Wohlbefindens ist jedoch das Übertragen der hohen Ansprüche auf das Umfeld. Neben dem Partner sind es dann ganz schnell die Kinder, die das zu spüren bekommen. Es geht dabei nicht nur um die Leistungen in der Schule, die passen müssen. Es ist dann auch zentral, dass sämtliche Freizeitaktivitäten, zu denen sie natürlich von der Mutter gebracht werden, einen Sinn, einen Nutzen haben.

    Was am Ende zählt
    Wenn ich diese Zeilen noch einmal lese und nachfühle, was sie in mir bewirken, dann spüre ich nur Stress, nur Druck – keine Freude und vor allem: keine Beziehung. Ich komme auch bei diesem Thema nicht am Kern meiner Grundregel für Erziehung vorbei: Es steht nicht so sehr im Vordergrund, was wir als Eltern alles tun und leisten, sondern wie wir die Beziehung zu unseren Kindern gestalten. Und es ist nicht so zentral, ob der Geburtstagskuchen wirklich exakt wie ein Piratenschiff aussieht (wohl eher ein Eisberg 😉), sondern das Herz und die Liebe zum Kind, die darin stecken.

    Und das gemeinsame Aufessen und Feiern übertrumpft die Optik schlussendlich sowieso!